| Der entmoralisierte Geist der Medizin eines profitorientierten Gesundheitswesens |
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Zu Zeiten Luthers zogen Mönche als Ablassprediger durch die Lande, heute sind sind es unsere Gesundheitspolitiker, Krankenkassen und ein Großteil gutbezahlter Ärzteführer. Wieder, nun im 21. Jahrhundert, soll dem Volk vorgegaukelt werden, dass durch steigende Beitragszahlungen an die Kassen, verbunden mit umfangreichen privaten Zuzahlungen, dem Risiko Krankheit durch leistungsfähigere Medizin besser begegnet wird. Doch leider weit gefehlt – Gesundheit kostet zwar mit politischer Unterstützung immer mehr Geld –die Qualität der medizinischen Leistungen jedoch sinkt auf das Niveau eines kommerzialisierten Gesundheitsreparaturbetrieb.
Der „Gesundheitssozialismus“ einer gesetzlichen Krankenkassenstruktur ließ in der Vergangenheit die Grundlage dafür entstehen, dass die Patienten zum Werkstück, die Ärzte zum Arbeitnehmer der Kassen und die Krankenkassen zum bestimmenden, verschwenderischen, gesetzlich legitimierten Großmachtsystem werden konnte.
Der arbeitstechnische Weg in der Humanmedizin heutzutage entspricht mehr und mehr dem eines Fliessbandes, in dem das Werkstück kranker Mensch zur Verwendung herangezogen wird, um einen riesigen Industrieunternehmen die Profite zu sichern, und dabei die Gesunden und Arbeitsfähigen soweit finanziell zu belasten, dass selbst die Wirtschaft in Deutschland unter der steigeden Sozialabgabenlast eines bewußt geschürten Anspruchsdenken zu leiden hat. Denn mit steigender Abgabenlast verteuert sich die Arbeit und zwingt somit immer mehr Menschen in die Erwerbslosigkeit. Die als Gesundheitreform deklarierten Umwälzungen und Reformen sollen aus der erschreckenden Finanzmisere führen, die Medizinindustrie soll betriebswirtschaftlich, profitabel vermarktet werden – das Zauberwort der Bundesregierung heißt dazu: mehr Eigen- und Selbstverantwortung der Patienten, ohne die Selbstbestimmung der Patienten zu tolerieren!
Dass qualitative Krankenbehandlung jedoch niemals gesamtwirtschaftlich ein gewinnorientiertes Unternehmen sein kann wird bewußt verschwiegen. Die privaten Zuzahlungen der Patienten schonen die finanziellen Rücklagen der Kassen – jedoch der Gesamtumsatz wird durch Ineffektivität und Profitgier weiter gesteigert.
Die Ethik unsrer Medizin ist so verkommen, dass es ungehindert möglich ist, den sozialpolitischen Ablaßhandel des 21. Jahrhunderts werbewirksam, als Privatisierung des Gesundheitswesen zu verkaufen – was als Privatisierung bezeichnet wird, ist jedoch in Wirklichkeit die Umwälzung der Kosten auf den Bürger und somit eine zusätzliche Einnahmequelle für die Kassen und den Staatshaushalt, ohne die Kostentreiber in der Medizin zu beseitigen!
Weil wir gesetzlich dazu gezwungen werden 15,5 % unseres Bruttogehaltes oder in Zukunft noch mehr für die Absicherung des Gesundheitsrisikos abgeben zu müssen, wird es keine wirtschaftlichere Medizin, sondern es bleibt bei der planwirtschaftlichen, kassendogmatischen Normmedizin bestehen.
Aus diesem Grund fordern wir, dass die direkte medizinische Kaufmacht wieder an die Bürger zurückgegeben wird, um den Kranken wieder zum „Arbeitgeber“ des Arztes werden zu lassen und dadurch zu einer individuelleren und kostengünstigeren Gesunderhaltung zu finden. Die Hand- und Fußfesseln der gesetzlichen Krankenversicherung müssen gesprengt werden.
Die Zusammenfassung aus finanzpolitischer Umgestaltung mit mehr privater Eigenverantwortung der Versicherten, gesetzlich festgelegter Kassenknechtschaft der Mehrzahl unserer Bürger und einer nicht mehr aufzuhaltenden, marktwirtschaftlichen Veränderung der Medizinwirtschaft, bildet den sozialpolitischen Sprengstoff der Gegenwart im Gesundheitswesen.
Unser Land braucht einen neuen Geist in der Medizin und ein privates Finanzierungssystem, in dem der Bürger und insbesondere der Patient die ihm zustehende Kaufmacht wiederbekommt, vor allem um die Medizin humanitärer und wirtschaftlicher zu gestalten und um einem egoistischen Anspruchdenken auf „Sozialgeschenke“ zu begegnen. Die solidarische Verantwortung der Gesunden gegenüber den Kranken, der Reichen gegenüber den Armen und der Jungen gegenüber der Alten, ist die Grundvoraussetzung jeglicher finanzpolitischer Gesundheitsfürsorge, jedoch ohne die Gelder für andere Zwecke der Sozialpolitik als Kapitalumlage zu verwenden. Die Kaufkraft für medizinische Leistungen muß uneingeschränkt beim Verbraucher liegen und darf weder politischen, noch anderen Interessen folgend beschnitten, budgetiert oder reglementiert werden. Dazu muß der Verbraucher die freie, uneingeschränkte Wahl seiner Absicherung bekommen und darf nicht in ein verordnetes, gesetzliches Kassenkorsett mit genormten Lestungen gepresst werden.
Die Rolle der Politik und des Staates: Die Kranken dürfen nicht als Alibi dienen, um einer den Wirtschafts- und Finanzinteressen dienenden Politik unseres Landes die Argumente zum abkassieren zu liefern. Krankenkassen haben die Aufgabe für die kranken Menschen materielle Ressourcen zu sichern, aber dürfen nicht zur Sozialausbeutung mißbraucht werden. Jeder Mensch ist Verwalter seines Privateigentums, auch der Gesundheit! Keiner darf per Gesetz gezwungen werden, eine festgelegte Summe seines Verdienstes abgeben zu müssen, sondern muß unter den Absicherungsmöglichkeiten auf einem freien Markt wählen können. Gesetze sollen dazu dienen, den Rahmen und Härtefallregelungen zu definieren und für eine Grundsabsicherungspflicht der extremsten Risiken zu sorgen. Dem Bürger, Versicherten und Patienten muß klargemacht werden, dass es in der Erhaltung der Gesundheit und der Heilung keine Sozialgeschenke gibt, denn alle sogenannten Besitzstände müssen von uns allen hart erarbeitet werden. Jahrzehnte wurden die Patienten materiell, als auch willentlich entmündigt. Heute ist man dabei diese Entmündigung scheinbar zu beseitigen und nennt dieses Selbstverantwortung. Mit Selbstverantwortung sind aber leider nur die gesonderten Abgaben und Zuzahlungen gemeint – den übrigen und entscheidenden Rest dieser Entmündigung läßt man weiter bestehen. Patienten dürfen nicht länger die Letzten sein, an die man bei der Umgestaltung der Medizintechnik denkt! Unsere Medizinindustrie ist so stark kommerzialisiert, dass vor allem ethische Überlegungen Frage der Finanzierbarkeit vorangestellt werden müssen! Die moderne Medizin hat nur dann eine Chance effizient und ethisch vertretbar, auch in Grenzsituationen zu sein, wenn der Mensch wieder im Mittelpunkt des Wirkens von Medizinern und medizinischen Helfern steht. Die Rahmenbedingungen zu diesem Ziel hat die Politik zu verantworten. Der Arzt muß wieder ein freier Beruf werden, um ohne Reglementierung und Dogmatisierung dem Kranken und der Gesellschaft wirkungsvoll und effektiv dienen zu können. Ein Arzt der sich aufrichtig und in aller Ehre um die Gesundheit seiner anvertrauten Patienten bemüht, verdient mehr materielle Anerkennung zu bekommen! – Denn Gesundheit ist das höchste Gut! Die medizinische Forschung muß frei von materiellen Leitbildern gemacht werden! Weder Kassen, Industrie noch andere Interessengruppen dürfen den Forschenden und seine Arbeiten für sich ausnutzen. Weil die Medizin, trotz steigenden Fortschrittes an tatsächlicher Qualität für den Patienten, entgegen der offiziellen politischen Meinungen, immer mehr einbüßt und die ärztliche Tätigkeit dadurch eines der unfreiesten Berufe, haben es Wunderheiler und Scharlatane leicht, den Menschen den Kopf zu verdrehen. Echte Heilkunde, Gesundheitsbildung, individuelle Prävention muß wieder zum allgemeinen Kulturverständnis werden – denn Medizin ist nicht nur rationelle Naturwissenschaft, sondern auch Kulturwissenschaft.
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 07. Juli 2009 um 22:52 Uhr |