| Wiederbelebung der Wirtschaft |
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Landläufig meint man, zum Mittelstand zählen Betriebe mit 500 bis 2000 Arbeitnehmern. Vor allem auf Regierungs- und EU-Ebene ist man dieser Ansicht. Diese Betriebe zählen vielleicht noch zum Mittelstand, sind hier aber deutlich in der Unterzahl. Bei rund 60 % der Betriebe sind nur ein bis 20 Personen beschäftigt. Und die Masse an kleinen Betrieben trägt ungefähr zwei Drittel der Steuerlast, ist sozusagen staatstragend. „Kleinvieh macht auch Mist“, könnte man sagen nur „Mist“ dürfen sich diese Betriebe nicht erlauben, denn meist steckt die eigene Arbeitskraft und das eigene Kapital in diesen Betrieben und erhalten keine Milliardensubventionen durch den Staat und die EU. Vor allem wird hier in eigener Verantwortung gearbeitet. Im Gegensatz zu Beamten und den großen Management-Konzernen halten diese Betriebsinhaber ihren eigenen Kopf hin und sind für Ihre Fehler selbst haftend mit ihrem gesamten Vermögen, und kenne ihre Mitarbeiterund lassen diese nicht im Stich. Außerdem: Diese Betriebe stellen etwa 80 % aller Ausbildungsplätze. Die meisten Erfindungen stammen ebefalls aus den Köpfen von Leuten, die in mittelständischen Betrieben arbeiten und ihre Kreativität einsetzen. Und was sind das für Betriebe? Man muß sich nur in der unmittelbaren Nachbarschaft umschauen: Der Steuerberater, der Metzger, der Bäcker das Beerdigungsinstitut, der Makler, die Boutique, der kleine Fertigungsbetrieb, der „Handy“-Shop, die Rechtsanwaltskanzlei, der Geschenkladen, das Cafe, das Restaurant, die Arztpraxis, das Reisebüro, der Bauer, und vieles mehr, quasi alles, was täglich um sie herum ist. Für die jüngere Generation – etwa bis zum Alter von 40 Jahren – ist der Wohlstand etwas Selbstverständliches. Das Erfolgsrezept, daß die Bundesrepublik nach dem zweiten Weltkrieg sehr zum Erstaunen unserer europäischen Nachbarn so schnell zum Wohlstand geführt hat, heißt „Mittelstand“ und bestand aus einer Vielzahl kleiner Betriebe. Leider ist bereits im Zuge der Konzentration und Konzernbildung fast die Hälfte dieser Betriebe verloren gegangen. Die Konsequenz: Höhere Arbeitslosenzahlen, da die Mitarbeiter der kleineren Unternehmen wegrationalisiert wurden. Absinkender Wohlstand weil immer weniger Personen immer mehr verdienen, verringertes Angebot und so weiter. Änderungen müssen sein, aber nicht s! Unsere Nachbarn, die Niederländer, haben den Mittelstand wieder entdeckt – und das mit entsprechendem Erfolg. Sollten wir unser eigenes Erfolgsrezept nicht wiederentdecken?!? Zur Wiederbelebung des Mittelstandes brauchen als erstes Freiheit, dann Freiheit und noch einmal Freiheit. Die Medaille der Freiheit hat aber auch eine Kehrseite, nämlich Verantwortung. Nur mit Freiheit und Verantwortung kann der Mittelstand und damit der größte Teil der Wirtschaft entfesselt werden. Ein Blick zurück. Nach 1945 lag alles in Schutt und Asche, aber Mut und eiserner Wille zum Wiederaufbau waren da. In eigener Verantwortung mit geringen finanziellen Mitteln, aber mit viel Mut, Fleiß und Kreativität gelangen Aufbruch bis hin zum „Wirtschaftswunder“. Zugegeben, eine Wende herbeizuführen bei nahezu gesättigten Märkten und einer Medienlandschaft, die Kindern und Jugendlichen vorgaukelt jeder noch so untalentierte Mensch kann in der Medienlandschaft Millionen verdienen und gesättigten Wohlstandsbürgern ist schwieriger, aber nicht unmöglich. Bei Entfeßlung fällt mir eine Karikatur aus der FAZ ein: Ein am Stuhl mit Händen und Füßen gefesselter Unternehmer soll die Wirtschaftsbelebung herbeiführen. WEG ALSO MIT DEN FESSELN!!! Fesseln aus unnötigen und übertriebenen Gesetzen, Vorschriften, Verordnungen und festgefahrenen Meinungen. Von Kommunal- über Landes, Bundes- bis hinzu EU Ebene müssen alle diese Vorschriften auf den Prüfstand, ob Steuer- oder Gesellschaftsrecht, Sozialgesetze, Tarifvorschriften, Vorschriften und Verordnungen von Berufsgenossenschaften, Feuerwehr, IHK, Handwerks- oder Berufskammern, Bau- und Ordnungsbehörden, um nur einige zu nennen. Eine kleine politikneutrale Kommission aus gestandenen, nicht selbstherrlichen und selbstdarstellerischen Unternehmenspersönlichkeiten, Praktikern aus Wirtschaft, Handwerk und Kommunen, sowie Freiberufler (keine Konzernherren und Verbandsfunktionäre) müssen alle Gesetze, Verordnungen und Vorschriften durchforsten, entrümpeln und auf den unverzichtbaren Grundbestand prüfen. Auf sehr viele Vorschriften kann verzichtet werden, andere können zeitlich begrenzt, wieder andere zu Kann-Vorschriften geändert werden. Auf diese Weise entstehen wieder Freiräume zur verantwortungsvollen Entfaltung von Unternehmern und Mitarbeitern von Kommunen. Hier und jetzt sollte das Subsidiaritätsprinzip wiederbelebt werden, um so den Kommunen die Aufgaben zurückzugeben, die vor Ort besser und wirkungsvoller erledigt werden. Erst dann folgen mit Abstand Landesbehörden, so daß für den Bund nur der fest umrissene Kern verbleibt, den das Grundgesetz ursprünglich vorsah und die Kommissare der europäischen Union sich nur um internationale Standards bemühen sollten, um dem Bürokratiewahnsinn der EU zu stoppen. Bau- und andere Vorschriften müssen gelockert und liberalisiert werden, damit viele mutige und dynamische Leute, ob jung oder alt, ihre Ideen entwickeln und in unternehmerische Aktivitäten umsetzen können. Jemand, der sich selbständig machen will, sollte dies auf einem Formular auf DIN-A4-Größe, das der Kommune einzureichen ist, tun können.
Ex- Wirtschaftsminister Clement ist auf dem richtigen Weg, wenn er den Abbau von Hemmnissen fordert, aber auf Buchführung zu verzichten, ist der falsche Weg, denn eine wenigstens einfache Buchführung zu verzichten ist der falsche Weg, denn eine wenigstens einfache Buchführung erlaubt anhand des Zahlenwerks einen eigenen kritischen Blick zurück mit Konsequenzen für die Vorwärtsplanung.
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